Praxis für Ergotherapie Jennifer Gommel
 
 
Pädiatrie / Kinderheilkunde
 
Definition Ergotherapie

Fachgebiete:
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Ergotherapie in der Pädiatrie

Die Pädiatrie ist der größte, umfangreichste, komplexeste Fachbereich in der Ergotherapie.
Die Befundaufnahme erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, muss auch immer wieder überprüft und aktualisiert werden. Sie erfolgt sowohl im freien Spiel, als auch bei gestellten Aufgaben, gezielter Beobachtung und mit Hilfe standardisierter Testverfahren.
Ergotherapie wendet sich an Kinder vom Säuglings- bis ins Jugendlichenalter wenn ihre Entwicklung verzögert ist, sie in ihrer Selbständigkeit und Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von einer Behinderung bedroht oder betroffen sind.

Behandelt werden folgende Störungsbilder:

Entwicklungsverzögerungen der Grob- und Feinmotorik, z.B. Schwierigkeiten beim Krabbeln, Balancieren, Springen, Defiziten im Umgang mit Stift und Schere
Körperlichen Behinderungen nach Schädelhirntrauma, Hirnblutungen usw.
Geistigen Behinderungen , z.B. Down Syndrom, Autismus
Lernbehinderungen und komplexen Schulleistungsstörungen
• Störungen der visuellen Wahrnehmung , z.B. spiegelbildliches Schreiben, verdrehen von Buchstaben und Zahlen, verzögerte Malentwicklung, Probleme beim Puzzeln
• Störung der auditiven Wahrnehmung , z.B. Verwechslungen von g/k, b/p
• Teilleistungsstörungen wie Lese-Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie/Rechenschwäche
Umschriebene Entwicklungsstörungen im Vorschulalter , z.B. der Graphomotorik
• Störungen der Merkfähigkeit
• Störungen der Handlungsplanung, z.B. Dyspraxie
• Problemen im Arbeitsverhalten wie verminderter Ausdauer, impulsivem Arbeitsstil, verminderter Anstrengungsbereitschaft
• Störungen der Aufmerksamkeit und Konzentration
ADS /ADHS
Verhaltensauffälligkeiten , z.B. impulsives Verhalten, regelwidriges/oppositionelles Verhalten
Sozio-emotionale Störungen
wie Kontakt- und Kommunikationsstörungen, Störungen des Selbstvertrauens, Schulangst

Das Kind soll befähigt werden, seine Funktionen und Fähigkeiten in Beziehung zu setzen und auf neue Situationen zu übertragen und in der Lage sein, sie für den alltäglichen Gebrauch zu organisieren. Die Reize, die Angebote, die Anforderungen, Lerninhalte müssen aufgenommen und in einen Bezug zu seinen bisherigen Erfahrungen gesetzt werden können. Die Ideen, Interessen, Wünsche des Kindes müssen dabei miteinbezogen werden. Die spontanen Aktivitäten werden unterstützt, um dem Kind zu helfen sein selbst gestecktes Ziel aktiv handelnd zu erreichen.



Folgende Behandlungsmethoden und Therapieprogramme werden in der Pädiatrie in unserer Praxis eingesetzt:

• Bobath-Konzept
• Therapie nach Affolter
• Sensorische Integrationstherapie
• Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern nach Lauth und Schlottke
• Marburger Konzentrationstraining
• Konzentrationsprogramme für Kinder nach Ettrich
• THOP – Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten
• ET – ET, Ergotherapeutisches Elterntraining
• Visuelle Wahrnehmungsförderung nach Frostig
• Dimensionär - Training für Kinder mit räumlich-konstruktiven Störungen
• Verschiedene Arbeitsblätter und Papier-Stift-Aufgaben z.B. ‚Den Stift im Griff'
• Aufmerksamkeitstraining am PC
• Hören, Lauschen, Lernen
• Programm zur auditiven Verarbeitungsstörung bei Vorschul- und Schulkindern nach Nickisch
• Räumliches Denktraining
• Marburger Rechtschreibtraining
• Reminder- Training für Kinder mit Gedächtnisstörungen
• Materialien wie Nikitin, Tangram
• Verschiedene therapeutisch verwertbare Spiele, Lernspiele

• Handwerkliche Techniken wie Peddigrohr, Töpfern, Weben, Seidenmalerei, Holzarbeiten, Pappmache, Papier- und Bastelarbeiten…
• Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung nach Jakobson oder Autogenes Training



Folgende Testverfahren und Screenings nutzen wir momentan zur Befunderhebung:

• KTK- Körperkoordinationstest für Kinder
• LOS-KF 18
• MOT- Motoriktest für 4-6 jährige Kinder
• Gezielte Beobachtungen nach J. Ayres
• DTVP- 2 – Developmental Test Of Visial Perception
• FEW- Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung
• POD-4 und POD zur Prüfung der optischen Differenzierungsfähigkeit
• ATK- Abzeichentest für Kinder
• GAT- Gaillinger Abzeichentest
• GMT- Graphomotorische Testbatterie
• Mottier- Prüfung der phonematischen Speicherung
• Überprüfung zur Hörgedächtnisspanne
• ZVT- Zahlen-Verbindungs-Test
• DL-KE und DL-KG- Differentieller Leistungstest
• D2 – Selektive Aufmerksamkeitsleistung
• VLMT – Verbaler Lern- und Merkfähigkeitstest
• OTZ- Osnabrücker Test zur Zahlenbegriffsentwicklung
• DBZ- Diagnostikum der Basisfähigkeiten im
Zahlenraum von 0-20
• Zareki- Testverfahren zur Dyskalkulie
• BUEVA- Basisdiagnostik für umschriebene Entwicklungsstörungen im Vorschulalter
• SSV- Sprachsreening für das Vorschulalter
• BISC- Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
• DRT 1-4- Diagnostischer Rechtschreibtest für 1.-4. Klasse
• DLF 1-2- Diagnostischer Lesetest zur Frühdiagnose
• Hamlet 3-4- Hamburger Lesetest für 3. und 4. Klassen

Behandlungsablauf

• Die Ergotherapie wird meist von Erzieherinnen, Lehrerinnen, Kinderärzten aufgrund von Auffälligkeiten bei
U-Untersuchungen, Problemen bei Schuleingangsuntersuchungen oder vom Schulpsychologischen Dienst empfohlen
• Verordnung des Arztes
• Erstgespräch mit Anamnese /Erhebung der Krankengeschichte durch Fragen zu Schwangerschaft, Geburt, der bisherigen Entwicklung des Kindes und momentaner Situation
• Befunderhebung über standardisierte Testverfahren, Screenings, gezielte und freie Beobachtungen
• Erhebung der Fremdanamnese durch Befragung von Kindergarten und/oder Schule, Zeugnissen usw.
• Während der Befunderhebung beginnt begleitend die Therapie
• Am Ende der ersten diagnostischen Phase erfolgt ein Elterngespräch, indem die bisherigen Beobachtungen erläutert und besprochen werden
• Weitere Therapieeinheiten
• Verlaufs- und Befundkontrolle



In der Regel kommen die Kinder einmal wöchentlich zur Ergotherapie. Die Behandlungsdauer beträgt jeweils 45 Minuten. Die Kinder befinden sich meist zwischen 1/2 und 1 1/2, manchmal aber auch über mehrere Jahre in therapeutischer Behandlung, je nach Schweregrad der Störung.